Am 10. September 2026 war ich bei der Fachtagung des Landesfeuerwehrverbandes Brandenburg in der Landesvertretung Brandenburg in Berlin zu Gast. Neben vielen Gesprächen und Diskussionen durfte ich dort selbst einen kurzen Impuls geben und anschließend auf dem Podium diskutieren. Mein Thema: „Führen im Ehrenamt; Haupt- und Ehrenamt nebeneinander in der Feuerwehr“.
Ein Thema, das auf den ersten Blick vielleicht etwas sperrig klingt, in der Praxis aber immer mehr Feuerwehren betrifft. Denn einerseits verändern sich die Anforderungen an Führung im Ehrenamt. Andererseits entstehen zunehmend Strukturen, in denen haupt- und ehrenamtliche Kräfte gemeinsam Verantwortung tragen. Beides funktioniert aus meiner Sicht nur, wenn wir uns neben Strukturen und Zuständigkeiten auch stärker mit den Menschen beschäftigen.
Wir bilden Einsatzführung aus – aber was ist mit Menschenführung?
Wer bei der Feuerwehr eine Führungsfunktion übernimmt, wird intensiv auf diese Aufgabe vorbereitet. Wir lernen, Gefahren zu erkennen, Lagen zu beurteilen, Entscheidungen zu treffen, Befehle zu geben und Einheiten im Einsatz zu führen. Das ist wichtig und bildet vollkommen zu Recht einen großen Teil unserer Führungsausbildung.
Der Alltag einer Führungskraft besteht allerdings nicht nur aus Einsätzen. Führung findet beim Dienstabend statt, bei Veränderungen innerhalb der Feuerwehr, bei der Planung von Ausbildung, in persönlichen Gesprächen und vor allem dann, wenn unterschiedliche Meinungen oder Erwartungen aufeinandertreffen. Plötzlich helfen Einsatztaktik und Führungsvorgang nur noch bedingt weiter. Dann geht es um Kommunikation, Empathie, Motivation, Konfliktfähigkeit und manchmal auch darum, das eigene Verhalten als Führungskraft kritisch zu hinterfragen.
Genau an diesem Punkt sehe ich in unserer Ausbildung noch Potenzial. Wir investieren viel Zeit darin, Führungskräfte fachlich auf ihre Aufgaben vorzubereiten. Die Frage, wie wir Menschen führen, bekommt dagegen häufig deutlich weniger Raum.
Eine meiner Thesen auf der Fachtagung war deshalb, dass wir unseren Führungskräften mindestens einen Tag im Jahr geben sollten, an dem es ausschließlich um Führung geht. Keine neue Technik, keine Einsatztaktik und keine Feuerwehrdienstvorschrift, sondern Kommunikation, Konflikte, Motivation, Empathie und die eigene Rolle als Führungskraft.
Gerade in einer Freiwilligen Feuerwehr halte ich das für wichtig. Wir führen Menschen, die einen erheblichen Teil ihrer Freizeit für dieses Ehrenamt einsetzen und daneben Beruf, Familie und Privatleben haben. Das bedeutet nicht, dass im Ehrenamt keine Verbindlichkeit

Schreibe einen Kommentar